Israel feierte letztes Jahr gleich drei wichtige Jahrestage, und zumindest einer davon hängt ganz direkt mit Basel zusammen. Im Juni jährte sich der wohl historische Sieg Israels über die mehrfache Übermacht des arabischen Militärbündnisses Syrien-Jordanien-Ägypten und speziell am 6./7. Juni 2017 die Wiedervereinigung Jerusalems zum fünfzigsten, Ende August die Begründung des modernen Zionismus in Basel zum einhundertzwanzigsten und am 2. November 2017 die völkerrechtlich verbindliche Zusage des ganzen Westjordanlandes an das jüdische Volk zum siebzigsten Mal. Ereignisse, die in gewisser Weise ihre Wurzeln teilweise auch ein wenig in der Schweiz haben. Denn die kleine Schweiz hat mehr Gemeinsamkeiten mit dem noch viel kleineren Israel, als die Meisten wissen. Ebenso wie die Schweiz weitgehend von grossen Ländern umgeben ist, trifft dies auch für Israel zu. Wobei es einen gewichtigen Unterschied gibt: Die Nachbarn der Schweiz sind unserem kleinen Land die meiste Zeit friedlich gesinnt. Das nur rund halb so grosse Israel ist hingegen ausschliesslich von Todfeinden oder zumindest feindlich gesinnten Ländern umgeben. Doch der Verbindungen sind noch mehr, denn eine der gewichtigsten Wurzeln des modernen Staates Israel wurde vor 120 Jahren in der Schweiz gepflanzt. Nach dem Attentat auf Zar Alexander II begannen damals in Russland einmal mehr grosse Judenpogrome. In Frankreich hatte die Dreifussaffäre das antisemitische Klima ebenfalls ein weiteres Mal an die Oberfläche gespült. Allen Juden war klar: Der Hass auf sie würde mit grosser Wahrscheinlichkeit niemals aufhören. Es war daher nicht verwunderlich, dass der Jahrtausende alte Traum der Diaspora-Juden, endlich wieder eine Heimat, einen eigenen jüdischen Staat zu haben, erneut an Gewicht gewann. An jedem Pessachfest, ja bei vielen Juden an jedem Sabbat ertönte in den allermeisten jüdischen Wohnzimmern der Ruf: „Nächstes Jahr in Jerusalem!“.

Einer, der dies gegen Ende des 19. Jahrhunderts sehr deutlich erkannte, war der ungarische Journalist und Publizist Dr. jur. Theodor «Binyamin» Herzl. Als selber stark davon betroffener Jude beschäftigte ihn seit 1882/83 der zunehmende Antisemitismus. Als Korrespondent einer Wiener Zeitung war er Prozessbeobachter am berüchtigten Dreyfussprozess. Einige Jahre versuchte er, dem Problem durch die Förderung der gegenseitigen Toleranz, ja sogar von Assimilation und Konversion zu begegnen. Um das Jahr 1895 gelangte er jedoch nach und nach zur Einsicht, dass sich dieses Vorhaben wahrscheinlich nie verwirklichen liesse. Und so schrieb er – nicht zuletzt unter dem starken Eindruck der Dreifuss-Affäre – sein wahrscheinlich berühmtestes Werk: «Der Judenstaat». Das 1896 erschienene Werk kann wohl mit einigem Recht als «Auslöser» des modernen Zionismus bezeichnet werden, obwohl es vorerst weder von den Juden selbst noch von der übrigen Welt positiv aufgenommen wurde. Doch obwohl zuerst zutiefst betrübt, gab Herzl nicht auf. Zusammen mit wenigen Freunden organisierte er vom 29. bis 31. August 1897 in Basel den „Ersten Zionistischen Weltkongress“. Das Bild, wie Herzl auf dem Balkon des Hotels «Drei Könige» steht und auf die Kleinbasler Seite schaut, ist seither Synonym für den Beginn des modernen Israel. In seinem Buch hatte Theodor Herzl einen Staat gefordert, in welchem die Juden endlich frei von Verfolgung leben konnten. Am liebsten natürlich dort, von wo sie vor rund 1800 Jahren von den Europäern vertrieben wurden: In Israel. Notfalls jedoch auch in irgend einem anderen Land dieser Welt. Die Kernforderung des Kongresses wurde im so genannten „Baseler Programm“ festgehalten und lautete: „Der Zionismus erstrebt die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina für diejenigen Juden, die sich nicht anderswo assimilieren können oder wollen.“

Damals in Basel wurde auch die «Zionistische Weltorganisation» gegründet und Herzl zum ersten Präsidenten gewählt. Im Auftrag dieser Organisation konnte Herzl nun sozusagen als «Reisender in der Sache Zionismus» mit den massgebenden Leuten über die Anliegen verhandeln. Anfangs allerdings mit nur mässigem Erfolg. Erst als er 1899 in London den «jüdischen Kolonisationstrust» gründete und dieser ernsthaft begann, Gelder für den Ankauf von Grund und Boden im damaligen osmanischen Regierungsbezirk «Kudüs» (Jerusalem) und Umgebung zu beschaffen, kam die ganze Angelegenheit langsam in Fahrt. Allerdings hatte die Zuwanderung von Juden bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts immer stärker zugenommen. Wo immer möglich wurde Land gekauft. Meist völlig überteuerte und nach Meinung der Grundbesitzer nutz- und wertlose Sand- und Steinwüsten, malariaverseuchte Sumpfgebiete und dergleichen. Die Einwanderer schufen darauf unter Mühen und Opfern heute prosperierende Siedlungen und Kulturflächen. In Jerusalem selbst wurden Gebäude gekauft und um die Stadt herum Ländereien ausserhalb der Stadtmauern, um darauf jüdische Vororte zu bauen. Um 1880 herum lebten bereits rund 27’000 Juden in dem heute «Palästina» genannten osmanischen Gebiet. Rund die Hälfte der Einwohnerschaft Jerusalems bestand aus Juden, die andere Hälfte aus Muslimen und Christen verschiedener Glaubensrichtungen sowie weiteren kleineren religiösen Gruppierungen.

Dass Herzl’s Einschätzung der Situation der Juden wohl die richtige war, zeigte sich spätestens 1904, als Papst Pius X ihm gegenüber eine Unterstützung der Rückkehr der Juden ablehnte. Als Begründung diente ihm unter anderen einmal mehr ein typisch antisemitisches Klischee: Dass die Juden ja schliesslich Jesus Christus ermordet hätten. Bereits kurz darauf, am 03. Juli 1904, starb Theodor Herzl relativ unerwartet. Seit 1949 ruht er auf dem Herzlberg in Westteil von Jerusalem. Sein früher Tod verwehrte ihm, die Erfüllung seiner Vision miterleben zu können. Aber die Entwicklung, die Rückkehr des jüdischen Volkes in seine uralte Heimat, war nicht mehr aufzuhalten. Fünf Jahre nach seinem Tod, im Jahr 1909 wird in den Sanddünen vor der Stadt Jaffa eine jüdische Stadt gegründet. Aus den bereits früher gegründeten Siedlungen «Newe Zedeq» (1887), «Newe Shalom» (1890) und «Kerem HaTeimanim» (1904) sowie zusätzlich gekauften Ländereien entstand eine neue Weltstadt, deren Namen aus Herzl’s Roman «Altneuland» entlehnt worden war: «Tel Aviv». Ein weiterer Grund für die Zuwanderung waren auch die sich bereits am Horizont abzeichnenden Anzeichen eines weiteren Krieges unter den ehemaligen «Pentarchie-Mächten». Nicht zuletzt in diesen Zeiten sind die wahren Ursachen für den heutigen Nahostkonflikt zu finden. Und Verursacher waren – einmal mehr – in erster Linie die westeuropäischen Grossmächte.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges versuchte die «Triple Entete», allen voran Grossbritannien, im Nahen Osten unter den arabischen Clans Verbündete zu finden. Wer von den Älteren unter uns erinnert sich nicht an die Geschichten von «Lawrence von Arabien», welche sich in dieser Zeit und Gegend abspielten. Grossbritannien wollte die arabischen Wüstenstämme dazu bringen, sich gegen die osmanischen Herrscher zu erheben. Zu diesem Zweck versprach der britische Hochkommissar in Ägypten, Sir Henry McMahon, im Oktober 1915 Hussein ibn Ali für den Fall seiner Unterstützung ein unabhängiges arabisches Grossreich. Hussein ibn Ali war der von den Osmanen ernannten Oberscherif und damit einer der wichtigsten arabischen Führer. Verhandelt wurde dabei über einen Grossteil des Gebietes des Nahen Ostens. Bei den Verhandlungen beziehungsweise der Festlegung der Grenzen dieses geplanten Grossreiches wurde jedoch bereits 1916 explizit das heute «Palästina» genannte Gebiet ausgenommen. Als Reaktion auf diese Verhandlungen und als Manifestation der erzielten Beschlüsse verfasste dann im Herbst 1917 der britische Aussenminister, Earl Arthur Balfour, die sogenannte Balfour-Deklaration. In dieser wurde – damals im Einverständnis mit Hussein ibn Ali – den Juden von den Engländer «im Namen der Regierung Seiner Majestät» ebenfalls versprochen, die Bildung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina zu unterstützen. Auch an der Pariser Friedenskonferenz im Januar 1919 herrschte bezüglich die beiderseitigen Landansprüche weitgehend Einigkeit. Im sogenannten «Faisal-Weizmann-Abkommen», einer Konkretisierung zur Balfour-Deklaration, stimmten die Araber der Existenz eines jüdisch-zionistischen Staates ausdrücklich zu. In einem Brief vom März 1919 an Prof. Felix Frankfurter schrieb Emir Faisal, der spätere König Faisal I von Syrien und des Irak: «Wir heißen die Juden von Herzen willkommen … Wir arbeiten zusammen für einen besseren, erneuerten Nahen Osten. Unsere Bewegungen ergänzen einander. Die jüdische Bewegung ist nationalistisch, nicht imperialistisch, und in Syrien ist Raum für uns beide. Ja, ich bin sogar der Ansicht, dass keiner von uns ohne den anderen wirklich Erfolg haben kann». Die jüdischen Siedler hielten sich auch weitgehend an diese Abmachung. In einem Brief an Mahatma Gandhi schrieb Martin Buber 1939:«Unsere Siedler kamen nicht hierher wie die Kolonisten aus dem Okzident, die ihre Arbeit von den Einheimischen tun lassen; sie haben sich selbst vor den Pflug gespannt … Die jüdischen Siedler haben angefangen, ihre Brüder, die arabischen Bauern, zu lehren, wie sie das Land intensiver bestellen können; und wir wollen sie weiterhin lehren: zusammen mit ihnen wollen wir das Land kultivieren – ihm ›dienen‹, wie es im Hebräischen heisst. Je fruchtbarer dieser Boden wird, desto mehr Raum wird es für uns und für sie geben. Wir wollen sie nicht enteignen: Wir wollen mit ihnen zusammenleben. Wir wollen sie nicht beherrschen, wir wollen mit ihnen zusammen dienen …».

Im Jahr 1920 wurden dann diese Festlegungen auch im «Frieden von Versailles» sowie im «Vertrag von Sèvres» ein weiteres Mal festgehalten. In Abschnitt VII des Vertrages wurde festgeschrieben, dass: «Das osmanische Reich … auf seine Besitzungen in … Palästina [verzichtet und dass in] diesen Gebieten … unter Verweis auf die Balfour-Deklaration eine Nationale Heimstätte für das Jüdische Volk entstehen [soll]». Auf der Konferenz von Sanremo wurde daraus dann ebenfalls noch 1920 ein verbindliches Völkerbundmandat der Klasse «A». Auch von der Türkei als offiziellem Rechtsnachfolger des Osmanischen Reiches wurde diese Gebietsaufteilung im «Vertrag von Lausanne» (1923) de facto anerkannt. Historisch korrekt bilden deshalb eigentlich diese Erklärungen die Basis für sämtliche Verhandlungen um eine Friedenslösung im Nahen Osten, auch wenn dies heutzutage beinahe niemand mehr wahrhaben möchte.
Zwei Jahre später, im Jahr 1922, erfolgte einmal mehr eine Gebietsdefinition dieses Mandates. Für das britische Mandatsgebiet {Grafik 1} sollte folgendes gelten: Westlich des Jordans sollte eine jüdische Heimstätte entstehen, östlich davon ein arabisches Reich {Grafik 2}. Das vorgesehene Flächenverhältnis betrug 22:78 zu Gunsten der arabischen Bevölkerung. Der zionistische Weltkongress als offizielle Vertretung der Juden war damit einverstanden, obwohl sie eigentlich auch auf Gebiete östlich des Jordans gehofft hatten. Mitte der 20er-Jahre gab es in Palästina auf gekauftem Land bereits rund 600 jüdische Kleinstsiedlungen, meist als Kibbuzim oder Moschawim organisiert. Von arabischer Seite kam jedoch nun, da es konkret wurde, ein deutliches «Nein». Der Nahostkonflikt nahm seinen Anfang.

Denn was damals niemand wusste: Weder die Engländer noch die anderen Grossmächte hatten in Wirklichkeit tatsächlich vor, sich an diese «Abkommen» zu halten. Im geheimen «Sykes-Picot-Abkommen» hatten sich Frankreich und England schon 1916 darüber geeinigt, wie sie nach einem Sieg über das Osmanische Reich die Ländereien tatsächlich unter sich aufzuteilen gedachten. Von autonomen arabischen und jüdischen Ländern war da keine Rede mehr. Wobei die Politik zunehmend begann, die Zusagen an die Juden zugunsten der Araber einzuschränken. Im berüchtigten «Weissbuch» von 1922 bestätigten die Briten es sogar offiziell, dass sie nicht die Absicht hatten, Palästina «so jüdisch werden zu lassen, wie England englisch ist». Während die «Zionistische Organisation» sich gezwungen sah, diese Politik anzunehmen, wurde selbst diese äusserst pro-arabische Politik von den Arabern selbst wiederum abgelehnt und boykottiert. Der eigentliche Grund für die Zugeständnisse der Briten war der Versuch, die Araber zu beschwichtigen. Und dabei ging man ohne mit der Wimper zu zucken sogar so weit, dass man zwar die Balfour-Deklaration nicht gerade komplett zurückzog, aber auch nichts für ihre Umsetzung unternahm. In einem weitere Versuch, die Araber zu besänftigen, entschloss man sich, wenigstens das gegenüber Faisal I. gegebene Versprechen weitgehend einzulösen. In einem ersten Schritt machte man ihn zuerst zum König von Syrien. Kurze Zeit später dann, als er von seinen arabischen Brüdern von dort vertrieben worden war, zum ersten König im neu geschaffenen «Königreich Irak». Auch einige andere Gebiete wie etwa Transjordanien wurden pro forma in eine Art «Eigenständigkeit» ausgegliedert. Nach verschiedenen inner-arabischen Kriegen entstand 1932 das Königreich Saudi-Arabien, im November 1943 löste sich das neu geschaffene Libanon einseitig von Frankreich. Aber erst nach den Verlusten des 2. Weltkrieges und den Jahren des Widerstandes wurde der Blut- und Geldzoll sowohl für die Franzosen wie für die Engländer so gross, dass sie bereit waren, sich aus dem Nahen Osten zurück zu ziehen. Im Frühling 1946 wurden Jordanien und Syrien unabhängige arabische Staaten. Ein riesiges Gebiet an unabhängigen arabischen Staaten war entstanden. 128-Mal grösser als Israel! Dann, am 14. Mai 1948, am Tag nach dem Abzug der Briten aus Palästina, auferstand auch Israel als wieder eigenständige Nation. Am nächsten Tag herrschte Krieg.

Der heutige Nahostkonflikt hat aber seinen Ursprung bereits viel früher. Nachdem die Araber ihre ursprüngliche Zusage zurück gezogen hatten, kam es bereits 1929/30 zu den ersten Pogromen gegen die jüdischen Mitmenschen. In den Jahren 1936 bis 1939 fand der sogenannte «grosse arabische Aufstand» statt. 1937 reduzierte dann die Peel-Kommission im Bemühen, die Araber zufrieden zu stellen, den Gebietsanspruch für die «jüdische nationale Heimstätte» ein weiteres Mal erheblich. Das ursprünglich jüdische Gebiet wurde erneut massivst reduziert {Grafik 3}. In der Hoffnung auf Frieden stimmten die Juden nach langen Diskussionen einmal mehr selbst dieser Minimalvariante zu, und einmal mehr kam von arabischer Seite ein «Nein». Ein weiterer Vorschlag bildet der UN-Teilungsplan für Palästina aus dem Jahr 1947 {Grafik 4}. In der Resolution 181 bestand das «jüdische Gebiet» grossteils nur noch aus weitgehend versumpften und versteppten Gebieten sowie aus unfruchtbarer Wüste und war zudem völlig zerstückelt. Jerusalem sollte durch einen UN-Sonderstatus für alle Nationen frei zugänglich bleiben. Und einmal mehr kam ein zögerliches «Ja» von jüdischer und ein klares «Nein» von arabischer Seite.

Am 14. Mai erklärte David Ben-Gurion dann die israelische Unabhängigkeit. Am 15. Mai wurde das kleine Israel von den Armeen von 5 arabischen Ländern gleichzeitig angegriffen. Viele arabische Bewohner waren vorübergehend in benachbarte Länder gegangen. Grösstenteils, weil sie von den arabischen Führern dazu aufgefordert worden waren. Teilweise, weil sie sich vor den Kriegshandlungen fürchteten. Teilweise auf Druck von jüdischen Untergrundorganisationen. Die Allermeisten rechneten damit, dass sie spätestens in ein paar Tagen, nachdem die siegreichen arabischen Armeen das «Judenproblem» im jüdischen Blut und im Meer ertränkt hätten, wieder zurück kommen könnten. Der Krieg endete jedoch erst eineinhalb Jahre später, im Frühjahr 1949. Und zudem wider Erwarten mit einem deutlichen Sieg und erheblichen Geländegewinnen der Israeli. In den arabischen Ländern heisst diese Periode deshalb auch «an-Nakba», die Katastrophe. Etwa 750’000 palästinensische Araber verloren so ihre Heimat. Im Gegenzug mussten nach der arabischen Niederlage etwa 1 Million Juden ihrerseits Heimat und Hab und Gut in den verschiedenen arabischen Staaten fluchtartig verlassen. Die meisten davon wurden – gleich wie in den vergangenen 70 Jahren über 5 Millionen Juden aus der ganzen Welt – in Israel aufgenommen und eingegliedert. Die palästinensischen Flüchtlinge leben heute noch in Lagern und werden von ihren «arabischen Geschwistern» abgelehnt und vertrieben!

Aber Israel fand auch danach keine Ruhe. Bis heute konnte es erst mit zwei seiner Nachbarstaaten einen «kalten Frieden» schliessen. 1956 enteigneten und sperrten die Ägypter den Suezkanal, um Israel vom Roten Meer abzuschneiden. Zudem ermöglichte es zunehmende Terrorangriffe auf Israel von ägyptischem Territorium aus. Im Auftrag von und in Absprache mit Grossbritannien und Frankreich, die damit eigene Interessen vertraten, griff Israel daraufhin die ägyptischen Streitkräfte im Sinai an. Dies führte zum Eingreifen der USA und der Sowjetunion, die die sofortige Einstellung forderten. Grossbritannien und Frankreich zogen sich daraufhin zurück und liessen Israel einmal mehr als Hauptschuldige «im Regen stehen». Im Beschluss der UN wurde einmal mehr ausschliesslich Israel zur sofortigen Einstellung der Kriegshandlungen aufgefordert. Die Israeli war dazu bereit, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass zukünftig die UN die freie Schifffahrt durch den Kanal und die Strasse von Tiran garantieren würden. Womit einmal mehr durch die UN der Grundstein für den nächsten Krieg gelegt wurde. Denn schon rund 10 Jahre später im Jahr 1967 rüstete erneut ein arabisches Militärbündnis zum Endkampf gegen Israel. Ägyptens Präsident Nasser erklärte am 16. Mai in «Radio Kairo» öffentlich, dass die arabischen Staaten das Problem der Existenz des Staates Israel diesmal endgültig lösen würden. Am 26. Mai erklärte er: «Wir beabsichtigen einen grundlegenden Angriff auf Israel … ein totaler Krieg … [mit dem Ziel], Israel zu zerstören». Als Erstes sperrte Ägypten den Suezkanal erneut für israelische Schiffe. Die UN sah dabei tatenlos zu und zog auf Drängen Ägyptens ihre «Friedenssoldaten» mehr oder weniger widerstandslos ab. Gleichzeitig schloss Ägypten mit Syrien und Jordanien ein Militärbündnis und liess im eigentlich entmilitarisierten Sinai über 1000 Panzer und 100’000 Soldaten aufmarschieren. Ein weitere Dreifronten-Angriff mehrere arabischer Armeen stand kurz bevor, worauf Israel in einem Husarenstück innert 6 Tagen die ägyptischen Flugplätze und nahezu die gesamt Flugzeugflotte sowie einen grossen Teil der arabischen Armeen weitgehend zerstörte, die Sinaihalbinsel und die Golanhöhen sowie den Gazastreifen eroberte und auch den Ostteil Jerusalems unter seine Kontrolle brachte. Seither ist Jerusalem – als direkte Folge des verlorenen arabischen Angriffes – wieder vereinigte israelische Hauptstadt. Mit diesen Geländegewinnen konnte Israel einerseits strategisch äusserst wichtige Gebiete unter seine Kontrolle bringen. Gebiete, welche sie nicht wieder abgeben werden, bevor nicht garantiert ist, dass diese nicht erneut für Angriffe auf das kleine Land genutzt werden könnten. Andererseits kamen dadurch jedoch auch Hunderttausende Palästinenser neu unter israelische Oberverwaltung. Das sogenannte «Palästinenserproblem» hatte damit enorm an Zündstoff zugenommen. «Dynamit», welcher bis heute jederzeit zu explodieren droht.

Doch auch dieser Sieg brachte auf arabischer Seite kein Einsehen und Israel keinen Frieden. Vielmehr kam schon im September 1967 aus Karthum das dreifache kategorische «Nein» der arabischen Liga: Nein zu einem Frieden mit Israel; Nein zu einer Anerkennung des Staates Israel; Nein zu jeglichen Verhandlungen mit Israel. Dies war gleichzeitig auch der Auftakt zu einem drei Jahre dauernden «Kleinkrieg», der in einem Waffenstillstand im Jahr 1970 endete. Ein Waffenstillstand, der dann im Oktober 1973 durch einen erneuten Angriff mehrerer arabischer Armeen unter der Führung von Ägypten und Syrien zum bisher letzten grossen arabisch-israelischen Krieg, dem «Jom-Kippur-Krieg» führte. Durch den unerwarteten Angriff an «Jom-Kippur», dem israelischen «Versöhnungstag», konnten die arabischen Armeen die ersten beiden Kriegstage grosse Geländegewinne machen. Denn da an «Jom Kippur» in Israel sozusagen alle Räder still stehen, die allermeisten Telefone ausgeschaltet sind, alle Menschen zu Hause und in den Synagogen um die Aussöhnung mit Gott beten, war das Land im ersten Schock sozusagen gelähmt. Erst nach zwei Tagen wendete sich das Blatt und am 25. Oktober 1973 war es einmal mehr Israel, welches seinen Gegnern eine verheerende Niederlage beigebracht hatte. Ein Israel, dass nun weniger als je zuvor bereit war, den Zusicherungen seiner Nachbarn zu trauen und irgend einem «Frieden ohne Garantien» zuzustimmen. Denn dass Israel zu einem verlässlichen Frieden bereit ist, hat das Land durch seine Friedensverträge mit Ägypten (1979) und mit Jordanien (1994) und die daraus resultierende gute Zusammenarbeit eindeutig bewiesen. Zwei Friedensverträge, welche übrigens genau genommen mehr oder weniger direkt ebenfalls für das Recht Israels auf die angeblich besetzten Gebiete stehen: Im Friedensvertrag mit Ägypten wollte Israel den Gaza-Streifen ebenfalls an die früheren «Besitzer» zurück geben. Ägypten jedoch wollte nicht und zwang so Israel die angebliche «Besatzung» auf! Und ebenso wurde von Jordanien, dem früheren «Besitzer» des Westjordanlandes, im Friedensvertrag mit Israel de facto das Recht Israels auf dieses Gebiet «Judäa und Samaria» anerkannt. Es muss deshalb in Anbetracht aller Fakten einfach einmal mehr festgehalten werden, dass das bekannte Sprichwort, dass «wenn die Araber morgen ihre Waffen abgeben, es Frieden geben wird, wenn hingegen Israel morgen seine Waffen abgibt, es übermorgen den Staat Israel nicht mehr geben wird», nach wie vor uneingeschränkte Gültigkeit besitzt.

Grafiken:

Grafik 1: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:BritishMandatePalestine1920-de.svg

Grafik 2: https://de.wikipedia.org/wiki/Transjordanien#/media/File:PalestineAndTransjordan.png

Grafik 3: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e5/Peel.jpg

Grafik 4: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:UN_Partition_Plan_For_Palestine_1947_de.svg

Intern & Quellen

ab 1882, kamen immer mehr Juden in die Stadt, und es wurden erste Wohngebiete[14] außerhalb der Stadtmauern gegründet (beginnend mit Moses Montefioris Mishkenot Sha’ananim/später Yemin Moshe (1857/1860)[15], gefolgt von Mahane Yisrael (1867), Nahalat Shiv’a (1869), Mea Shearim (1874[16]), Even Yisrael (1875), Mishkenot Yisrael (1875), Shimon HaZadiq (1876), Beit David (1877) und Beit Ya’aqov (1877)). Um 1880 war etwa die Hälfte der rund 30.000 Einwohner Jerusalems jüdisch.[17]

Faisal-Weismann-Abkommen / Prof. Frankfurter / Mahatma Gandhi:
http://www.bne-akiwa.ch/include.php?path=content/articles.php&contentid=215&PHPKITSID=17c042d1b20191df3e32070659a4a1df

29.11.1947: Resolution 181 (II)

Der Bericht der UNSCOP wurde in verschiedenen Gremien der Vereinten Nationen beraten und schließlich am 29. November 1947 in die Resolution 181 (II) umgesetzt, die der Vollversammlung zur Abstimmung übergeben wurde. Sie enthielt im Wesentlichen die Vorschläge des Mehrheitsplans zur Teilung des Landes. 33 Staaten stimmten für die Resolution, darunter die UdSSR, die USA und Frankreich. 13 stimmten dagegen, darunter die sechs arabischen Mitgliedsstaaten. 10 enthielten sich der Stimme, darunter Großbritannien und die Republik China.

Die Resolution sah für beide Seiten demokratische Verfassungen vor, die das allgemeine Wahlrecht, die Respektierung der Menschen- und Bürgerrechte, den Schutz der heiligen Stätten aller in Palästina vorhandenen Religionsgemeinschaften und vor allem den Schutz der nationalen und der religiösen Minderheiten in dem jüdischen und dem arabischen Staat enthalten sollte.

Laut Teilungsplan sollte der jüdische Staat zu etwa einem Drittel die kleine fruchtbar gemachte Küstenebene mit Galiläa und zu etwa zwei Dritteln das große unfruchtbare Gebiet der Negev-Wüste erhalten, zusammen 56,47 Prozent des restlichen Mandatsgebiets Palästina ohne Jordanien. Die Negev-Wüste konnte zu dieser Zeit weder landwirtschaftlich genutzt werden noch konnte man dort Städte errichten. Das Land, das für einen jüdischen Staat vorgesehen war, stimmte weitestgehend mit dem Land überein, in dem es auch eine große – wenngleich ohne Mehrheit – jüdische Bevölkerung gab.[2]

Die Vereinten Nationen empfahlen die internationale Verwaltung der Städte Jerusalem und Bethlehem wegen der wichtigen religiösen Stätten dort. Die zwei Staaten, wie sie der Plan vorsah, bestanden jeweils aus drei größeren Teilen, die über exterritoriale Verbindungsstraßen miteinander verbunden sein sollten. Der jüdische Staat sollte die Küstenebene von Haifa bis nach Rehovot, den Osten von Galiläa (auch um den See Genezareth und den Galiläischen Pfannenstiel) und die Negev-Wüste, einschließlich des südlichen Außenpostens Umm Rascharasch (heute Eilat) enthalten.

Beinahe die Hälfte des Landes war zu diesem Zeitpunkt besitzlos, insbesondere die Regionen der unfruchtbaren Negev-Wüste, die etwa ein Drittel des Landes ausmacht. Etwa 47 Prozent des Landes waren in arabischem Besitz, etwa 6 Prozent des Landes hatten die Juden besessen oder erworben.

Der arabische Staat sollte West-Galiläa mit der Stadt Akko, das Bergland von Samaria, das Bergland von Judäa, die südliche Küste bis nördlich von Majdal (heute Askalon, was den heutigen Gazastreifen enthält) und einen Wüstenstreifen entlang der ägyptischen Grenze enthalten. Der UNSCOP-Bericht hätte Jaffa, eine Stadt mit hauptsächlich arabischer Bevölkerung, die südlich von Tel Aviv liegt, dem jüdischen Staat zugeschlagen, aber eine Änderung des Plans, bevor er den Vereinten Nationen vorgelegt wurde, machte sie nun zu einer Enklave als Teil eines arabischen Staates. Der Plan war ein Kompromisspapier, das auf zwei anderen Plänen basierte.

In dem vorgeschlagenen jüdischen Staat hätte es nach Angaben der jüdischen Einwanderungsbehörde eine Bevölkerung von 498.000 Juden und 325.000 Nichtjuden gegeben. In dem arabischen Staat hätten 807.000 Nichtjuden und 10.000 Juden gelebt. In der vorgeschlagenen Internationalen Zone hätten 105.000 Nichtjuden und 100.000 Juden gelebt. Palästinensische Quellen beziffern die Zahl der Nichtjuden jedoch weit höher.

Die Juden sagten Ja, die Araber Nein. Die arabischen Führer lehnten den Plan ab. Neben der generellen Ablehnung eines jüdischen Staates geschah dies mit der Begründung, der Plan verletze die Rechte der Mehrheitsbevölkerung in Palästina, die zu diesem Zeitpunkt mehrheitlich nicht-jüdischen Religionen angehörten. Sie empfanden den Plan als Katastrophe. Kritisiert wurde die Menge und die Qualität des Landes, das den Juden zugeteilt wurde. In der Folgezeit kam es im Mandatsgebiet zu zahlreichen Überfällen und Anschlägen durch irreguläre jüdische und arabische Kräfte.

israelnetz-Magazin 2/17: Diverse Artikel für Ergänzungen

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