Ein paar Gedanken zu unserem Umgang mit der Zeit aus biblischer Sicht.

Die Zeit ist etwas, das wir jeden Tag als ganz selbstverständlich hinnehmen. ZeitSie ist einfach da. Irgendwie. Vermeintlich unendlich und un-hinterfragt. Doch ist dies so?

Ganz bestimmt nicht. Kein Mensch ist unsterblich, jedes Leben geht einmal zu Ende. Deshalb hat schon der Psalmist geraten, dass wir dies bedenken sollen um unserem Leben die richtigen Prioritäten geben zu können: Bedenke, dass du sterben musst, damit du zur Einsicht gelangst [1]. Der Apostel Jakobus schrieb: Unser Leben ist wie ein feiner Morgennebel, der vom Boden aufsteigt und sich sogleich wieder auflöst [2]. Jeder Tag, jede Stunde, ja jede Sekunde unseres Lebens ist absolut einmalig und unwiederholbar. Unwiederbringlich! Besonders eindrücklich finde ich dies immer, wenn ich das langsame Ticken einer alten Uhr höre: Tick-Tack-Tick-Tack. Und jedes Tick und jedes Tack ist etwas nie Wiederkehrendes! Dies könnte Angst machen, wenn unser liebender Vater uns nicht zugesagt hätte, dass ein jeder Augenblick mit allem „Drum und Dran“ in seinen Händen liegt. Was uns die Zeit auch bringen mag, es liegt in deiner Hand [3].

Zeit Dies sollte uns aber zur Vorsicht mahnen. Denn was in diesem einmaligen, unwiederholbaren Augenblick gesagt und getan worden ist, ist nicht mehr rückgängig zu machen. Was nach Gottes Plan hätte gesagt oder getan werden müssen aber unterlassen und versäumt worden ist, ist so, wie Gott es gewollt hatte, nicht mehr durchführbar. Bei Gott hat ein jedes Ding seinen rechten Ort und Zeitpunkt [4]. Die Welt als Gottes Schöpfung, sein Plan mit uns ist nach jeder Handlung, ob getan oder unterlassen, nicht mehr die gleiche wie vorher. Und so trägt ein jeder von uns eine unabschiebbare Mit-Verantwortung für das, was Gottes Schöpfung war, gerade ist und in Zukunft sein wird. Jedes Tun oder Lassen ist ein klitze-kleines Mosaiksteinchen im allumfassenden Bild von Gottes Handeln mit seiner Welt, seinen Geschöpfen und kann ungeahnte Auswirkungen haben. Der Apostel Jakobus mahnte uns: Denk daran, wie klein die Flamme ist, die einen ganzen Wald in Brand setzen kann [5]. Aus dieser Mit-Verantwortung kann sich kein Mensch „entlassen“, denn auch ein Nicht-Handeln ist Handeln. Und deshalb wird uns Gott einmal nicht nur nach unserem Verhältnis zu Jesus Christus fragen, sondern auch eine jede einzelne Tat im Lichte seines Planes beurteilen. Wird über jede Tat, ja jeden Gedanken und jedes Wort einmal sein Urteil sprechen. Jesus mahnte uns: Am Tage des Gerichts werden die Menschen sich für jedes unnütze Wort .. verantworten müssen [6]. Und Paulus schrieb, dass jeder Mensch den Lohn erhalten wird, der seinem Tun entspricht [7].

ZeitWer glaubt, da auf Grund der eigenen Leistung bestehen zu können, ist ziemlich vermessen. Die Bibel sagt uns, dass wir nie durch unser eigenes Tun vor Gott bestehen können [8]. Gott sei Dank hat er durch Jesus Christus für alle Menschen [9] die Möglichkeit geschaffen, unser Versagen durch seine Liebe rein waschen zu lassen: Alle, die Gottes überreiche Gnade annehmen und die es sich schenken lassen, von Gott angenommen zu sein, werden durch Jesus das Leben bei Gott gewinnen [10]. Und er hat uns zugesagt, dass er uns sicher führen und leiten wird: Denk an ihn bei allem was du tust und er wird dir den richtigen Weg zeigen [11]; niemand kann uns aus seiner Hand reissen [12]. An uns Menschen ist es einzig und allein, so lange wir noch Zeit haben [13], dieses sein Angebot rechtzeitig anzunehmen.

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© weem / unveränderter Abdruck unter Quellennennung und gegen Beleg erlaubt; Textkorrekturen und Kürzungen nur in Absprache mit dem Autor.

Zum Weiterlesen:

  • „Paul & Thomas“ von Martin Wenger, edition salzlicht 2010, ISBN 978-3-9523624-1-9
  • „Logo, oder …?“ von Martin Wenger, edition salzlicht 2009/2010, ISBN 978-3-9523624-0-2
  • „Warum Gott?“ von Timothy Keller, Brunnen, ISBN 978-3-7655-1766-2

© Fotos: pixelio.de

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1. (Ps 90,12; 144,4)2. (Jak 4,14)3. (Ps 31,16)4. (Pred/Koh 3,1: Ein jedes Ding hat seine Zeit)5. (Jak 3,5b)6. (Mt 12,36)7. (Röm 2,6-8.16)8. (Spr 3,7; Mt 11,25; Röm 3,12; 10,2-4)9. (Lk 24,47)10. (Röm 5,17-19)11. (Spr 3,6)12. (Joh 10,28)13. (Gal 6,10)

 

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