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– ein kleiner «Workshop»

Teil 23: Das Grab war leer! – Aber warum?

Schön, wenn du noch weiter mitmachst! Wir haben uns ja entschlossen, einmal davon auszugehen, dass die Aussagen in der Bibel zumindest wahr sein könnten. Deshalb wollen wir uns nun nochmals etwas eingehender mit einigen Themen, die damit in Zusammenhang stehen, befassen. Zum Teil wird es für dich eine kleine Wiederholung von bereits gesagtem sein (was ja nie verkehrt ist), anderes wird aber neu oder zumindest eine zusätzliche Information sein. Auf jeden Fall werden die einzelnen Textabschnitte von nun an meistens etwas länger ausfallen. Dies einfach deshalb, weil wir die zusammengehörenden Informationen nicht zu stark aufsplitten wollen.

Also, legen wir los. Und fangen wir dabei nochmals beim leeren Grab an. Wir haben ja festgestellt, dass es offensichtlich ein leeres Grab gegeben haben muss und dass der Leichnam Jesu verschwunden war. Bild 40a_01 Darin waren sich alle streitenden Parteien, also die Jünger Jesu und deren jüdische Gegner wie auch die Römer einig. Nochmals eine kurze Übersicht: Denn schon in der Zeit kurz nach Jesu Tod war die Begründung, der Leichnam sei aus dem Grab gestohlen worden, die Hauptthese. Diese war sehr weit verbreitet und ist auch aus einigen anderen antiken Quellen belegt. Diese Aussagen bedeuten aber nicht mehr und nicht weniger, als dass auch die Gegner der ersten Christen von dem leeren Grab ausgingen. Wäre das Grab nicht leer gewesen, hätte diese Behauptung keine 24 Stunden überlebt. Ein kurzer Spaziergang von wenigen Minuten hätte jedem, der auch nur entfernt daran hätte glauben wollen (oder der daran gezweifelt hätte), eindeutig gezeigt, ob es die Wahrheit oder eine Lüge war. Dass dies zweifelsfrei nicht geschehen ist, beweist, unabhängig von «christlichen» Aussagen, dass das Grab leer gewesen sein muss. Denn ...

... hätten die Juden oder die Römer den Leichnam Jesu gehabt, hätten sie diesen vorgezeigt. Also war er verschwunden. Dies unterstreicht auch die Behauptung der Hohepriester und der jüdischen Gemeinde, die Jünger hätten ihn gestohlen (Mt 18,11-15; auch bestätigt im Babylonischen Talmud und in anderen Schriften).

... das Markusevangelium wurde (nach übereinstimmender Meinung liberaler bis konservativer Neutestamentler) vor der oder spätestens in der Zeit der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 abgefasst. Zu einer Zeit also, als das Grab Jesu für jeden Interessierten, Kritiker oder Zweifler ohne Schwierigkeiten hätte gesucht bzw. besucht und untersucht werden können. Markus bezeugt aber ganz klar, dass das Grab leer war. Wäre dies nicht wahr gewesen, hätte er dies nicht behaupten können, denn ...

... die grosse Mehrheit derer, die in der allerersten Zeit durch die Verkündung der Auferstehung und die Predigt der Apostel Christen wurden (und das waren nach Aussage verschiedenster Quellen Tausende), waren Juden aus Jerusalem oder der unmittelbaren Umgebung. Oder Juden, die sich zu diesem Zeitpunkt – also zur Zeit des jährlichen Pessach-Festes, eines der wichtigsten Feste des Judentums – in Jerusalem befanden. Und alle diese Menschen akzeptierten eine neue, revolutionäre Lehre, die ihren bisherigen Erwartungen praktisch diametral entgegenstand. Und alle diese zu Anfang mit Bestimmtheit ausgesprochen skeptisch oder sogar feindlich gesinnten Menschen haben ganz bestimmt die «Probe aufs Exempel» gemacht und sich mit einem kurzen Spaziergang zu den Grabhöhlen vor der Stadt von der Richtigkeit der Aussagen der Apostel überzeugt. Die Menschen waren zu der damaligen Zeit nicht einen Deut weniger kritisch und skeptisch als wir heute. Und was war die Folge von diesem Test? Sie alle nahmen die neue Lehre mit Eifer und Begeisterung an und verbreiteten sie enthusiastisch weiter. Und nicht wenige von ihnen waren bereit, für diese neue Lehre einen furchtbaren Tod zu sterben! Keiner hätte das für ein Grab getan, das nicht leer war. Oder für einen Christus, der nicht absolut glaubhaft nach seinem Tod am Kreuz als Auferstandener den Menschen erschienen war, die bereit waren, sich auf das «Abenteuer der neuen Lehre» einzulassen.

Auch Paulus anerbot den Korinthern um 55 n.Chr., also lange bevor Jerusalem und seine Umgebung von den Römern zerstört wurde, dass sie immer noch um die 500 Zeugen von Jesu leiblicher Auferstehung befragen können, wenn sie ihm nicht glauben (1Kor 15,6). Auch zu diesem Zeitpunkt hätte das «volle» Grab noch leicht als Gegenbeweis angeführt werden können, wenn es denn «voll» gewesen wäre. Dies umso mehr, als es in Korinth eine große jüdische Gemeinde gab, die in stetem Kontakt zur jüdischen Tempelgemeinde in Jerusalem (und damit zum damaligen Hauptgegner des jungen Christentums) stand.

Neben der Behauptung, die Leiche Jesu sei gestohlen worden, gibt es aber auch noch zahlreiche andere Thesen, die versuchen, das leere Grab zu erklären. Und die damit ebenfalls «beweisen», dass es ein leeres Grab gegeben haben muss. Sonst würden, wie gesagt, alle diese Erklärungen keinen Sinn machen, denn man muss nichts erklären, was gar nicht vorhanden ist.

Als Erklärung für das leere Grab sind seit damals und bis in unsere heutige Zeit die verschiedensten Theorien aufgestellt worden. Die wichtigsten davon wollen wir uns nun etwas genauer ansehen.

Fangen wir bei der bereits erwähnten ersten Behauptung an. Derjenigen, die schon am ersten Tag nach der Auferstehung in die Welt gesetzt wurde und von der uns auch die Bibel schon berichtet. Der Behauptung, der Leichnam sei von den Jüngern Jesu gestohlen worden, um ihr Gesicht nicht zu verlieren und eine angebliche Auferstehung vorzutäuschen. Diese ist die menschlich gesehen einleuchtendste Theorie. Schliesslich waren die Jünger derart enttäuscht, dass das von ihnen erhoffte irdische Königreich nicht gekommen war und damit auch ihre Mit-Herrschaftswünsche mit Jesu Leichnam begraben worden waren, dass ihnen durchaus eine solche Schelmentat zugetraut werden könnte. Sie stehlen Jesu Leichnam, sagen, er sei auferstanden, und schaffen sich dadurch dann schlussendlich doch noch einen Nutzen für alle ihre Bemühungen. So wäre doch nicht alles umsonst gewesen. Und sie hätten ihr Gesicht wahren können. Durchaus einleuchtend.
Aber kann diese Theorie wirklich stimmen?
Nehmen wir einmal an, dass es so war. Dass sie bereit waren, eines der wichtigsten Gebote des jüdischen Glaubens zu brechen und eines ihrer heiligsten Feste, den Pessach, zu entweihen. Nehmen wir weiter an, dass es ihnen in einer konzertierten Aktion gelungen sei, gleichzeitig alle Männer der römischen Elitetruppe zu überlisten, die mit ihrer sofortigen Hinrichtung rechnen mussten, wenn sie versagten. Und dass sie den Leichnam Jesu wirklich stehlen und verschwinden lassen konnten. So weit, so gut. Aber was nun? Für diesen Einsatz musste doch irgendetwas herausschauen! Wofür sonst hätten sie dies machen sollen? Aber war das der Fall? Mitnichten!! Alle Jünger und Apostel lehrten die gleiche Lehre, wie dies schon Jesus getan hatte. Kein Einziger von ihnen wurde durch diese Tat irgendwie belohnt; keiner wurde reich. Sie erlangten Ansehen, ja, aber nur bei denen, die der Lehre Jesu sowieso folgten. Von der Mehrheit und den Mächtigen aber wurden sie verachtet, gejagt und verfolgt. Und von Anfang an wegen ihres neuen Glaubens ermordet. Und kein Einziger hat sich gerettet, indem er zugab, dass alles nur ein Betrug, ein Schwindel war und als Beweis dafür den Leichnam Jesu wieder hervorholte. Kennst du auch nur einen einzigen normalen Menschen, der bereit wäre, dies zu tun? Nein? Ich auch nicht, nicht für einen Betrug. Es waren aber Hunderte, ja Tausende, die bereit waren, diese Opfer zu bringen; – aber eben, nicht für einen Betrug!
Würde diese Diebstahl-Theorie stimmen, wären die Apostel, Jünger und Anhänger Jesu äusserst abgebrühte und zudem recht dumme Lügner. Denn sie hätten eine Lüge verbreitet, die ihnen keinerlei Gewinn, sondern extremen Ärger, zahllose Probleme und schlussendlich in den meisten Fällen einen grauenvollen Tod eingebracht hat. Und sie hätten genau das getan, was nach der Lehre, welche sie verkündet haben, absolut falsch war und den Verlust des Bürgertums in der neuen Welt, ja sogar ein ewiges Leben unter Qualen mit sich brachte. Und, nachdem sie als Feiglinge bei der Verhaftung und Hinrichtung ihres Meisters das Weite gesucht hatten, hätten sie all das als mutige, heldenhafte Männer und Frauen getan, die bereit waren, als Märtyrer für diese Botschaft zu sterben. Soweit uns überliefert wurde, hat nicht einer der Apostel und Jünger in der Verfolgung den Herrn geleugnet oder seinem Glauben abgeschworen! Dies alles sollten sie im Wissen getan und auf sich genommen haben, dass alles nur eine Erfindung von ihnen war!??? Diese Geschichte ist um einiges unglaubwürdiger als die Geschichte von der Auferstehung.
Ganz nebenbei stellt sich eine – wenn’s nicht so traurig wäre äusserst belustigende – Frage: Wenn die römische Wache eingeschlafen war und sich dem Diebstahl nicht mit Waffengewalt widersetzt hat (wie es ja von den Gegnern der Jünger behauptet wird), woher wollen sie dann wissen, dass die Jünger den Leib angeblich gestohlen haben?
Weiter steht dieser Behauptung auch einem anderen Hinweis entgegen: Einige der Jerusalemer Priester wurden gemäss dem Bericht der Bibel nach der Auferstehung zu Jüngern Jesu (Apg 6,7). Dies wäre wohl kaum der Fall gewesen, wenn die Theorie vom Diebstahl der Leiche auch nur einigermassen glaubhaft gewesen wäre. Vielmehr legt dies die Vermutung nahe, dass diese früheren Gegner Jesu ihn wirklich und wahrhaftig nach seiner Hinrichtung wieder gesehen, gehört und erlebt haben.

Kommen wir zur zweiten Erklärung für das leere Grab. Der Behauptung, Jesus sei gar nicht tot gewesen. Ein beliebter Stoff für die verschiedensten Romane. Aber auch diese Behauptung entbehrt jeder historischen Glaubwürdigkeit. Weshalb?
Erstens sind da einmal die römischen Soldaten, Spezialisten im Töten. Die zudem im Falle eines Versagens nach den Regeln der römischen Militärgesetze mit dem eigenen Tod bestraft wurden. Es ist kaum glaubhaft zu erklären, dass diesen Fachleuten ein solcher Fehler unterlaufen sein soll. Insbesondere, da sie von Pilatus ja noch ausdrücklich darüber befragt worden sind, ob Jesus wirklich tot sei. Denn zur Sicherheit überprüften die Römer in solchen Fällen immer, ob der Hingerichtete auch wirklich tot war. Dies wurde normalerweise gemacht, indem man mit einer Lanze, das sogenannte Pilum, einen Stich von unten her unter die Rippen in den Bauch und zum Herzen hin ausführte. Damit kontrollierten die Soldaten, ob der Tod eingetroffen war, – oder stellten dies gegebenenfalls sicher. Genau so, wie es in den Evangelien berichtet wird (Joh 19,34).
Dann spricht auch das jüdische Begräbnisritual hundertprozentig dagegen. Zwar wurde Jesus in der geforderten Eile fürs Erste nur «provisorisch» bestattet. Trotzdem darf mit einiger Sicherheit angenommen werden, dass er dazu gewaschen wurde, was bei den vielen Wunden, die Jesu von der Geisselung und der Kreuzigung hatte, enorme Schmerzen verursacht hätte. Kaum anzunehmen, dass bei dieser Prozedur niemand bemerkt hätte, dass Jesus noch lebt. Bild 40a_02 Anschliessend wurde der Leichnam ganz eng in Tücher eingewickelt und wahrscheinlich schon zu diesem Zeitpunkt mit einer ersten Lage an Gewürzen und Harzen bestrichen (Joh 19,39-40). Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, weshalb dies gerade bei Jesus nicht im üblichen Verfahren hätte ausgeführt werden sollen. Also ist mit einer grossen Berechtigung davon auszugehen, dass Jesus wie beschrieben bestattet und mit Gewürzen und Harzen von Kopf bis Fuss, wortwörtlich vom Scheitel bis zur Sohle, satt eingewickelt worden ist. Diese Art der Einwicklung ergibt aber bereits einen relativ harten und luftundurchlässigen Panzer um den ganzen Körper. Wäre Jesus zu diesem Zeitpunkt wirklich noch am Leben gewesen, dann wäre er spätestens in diesen Wickeln erstickt.

Bild 40a_03

Zudem hätte er sich, aufs schwerste verletzt wie er war, selbst aus den Grabtüchern befreien, von innen den schweren Stein wegbewegen und anschliessend die Wachen übertölpeln (oder ungesehen an ihnen vorbeikommen) müssen.

Auch diese Theorie taugt also nichts. Nur nebenbei sei gesagt, dass auch nicht-christliche Forscher diese Theorie für unglaubwürdig halten.
Und nicht zuletzt hätte Jesus seine vielen und schweren Verletzungen auch nicht einen Tag unbehandelt und unversorgt in einer Felsenhöhle überleben können. Auch diese Theorie taugt also nichts. Nur nebenbei sei gesagt, dass auch nicht-christliche Forscher diese Theorie für unglaubwürdig halten. Also ist auch diese Behauptung nicht überzeugend.

Doch gehen wir zur nächsten Behauptung.

 


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